Lebenslust statt Stomafrust

AUS DEM LEBEN EINES STOMAPATIENTEN

Es sind sehr die stillen Momente aus denen man neue Kraft sammelt – Lebenslust statt Stomafrust 

Thomas P. (Name geändert, Anm. d. Red.) ist 63 Jahre alt und Stomapatient. Der künstliche Darmausgang wurde notwendig, nachdem bei ihm der Befund Rektumkarzinom, also Darmkrebs diagnostiziert wurde. Auch als nicht betroffener kann man leicht erahnen, welche Einschnitte das Tragen, Anlegen und Wechseln eines Stomas bedeutet. Doch für P. war dies nur das geringere Übel. Denn der Krebs hatte bereits gestreut und Metastasen in der Leber gebildet. Die Ärzte gaben ihm nur wenig Hoffnung auf Heilung und die direkte Konfrontation mit der eigenen Vergänglichkeit war allgegenwärtig.

 

Lebenslust statt Stomafrust

Dennoch war dies kein Grund für P. aufzugeben oder seine Lebensfreude zu verlieren, egal wie schlecht die Diagnose ausfiel oder wie schwer sich die sechsstündige OP und die Chemotherapie auf seinen Organismus auswirkten.

Vielleicht war dieser Optimismus einer der Gründe, warum nach sechs Monaten das Stoma und nach weiteren vier Monaten sämtliche Metastasen entfernt werden konnten.

Sicherlich war ein entscheidender Faktor, dass er nach einer guten Akutversorgung zur sogenannten Anschlussheilbehandlung (AHB) in die Klinik Prof. Schedel in Kellberg bei Passau verlegt wurde. Die seit über 60 Jahren existierende Fachklinik für onkologische Rehabilitation verfügt über eine sehr hohe Reputation und half schon vielen Patienten auf den Weg zurück in ein aktives und selbstbestimmtes Leben.
Wie sich dieser Einfluss auch auf P. auswirkte, schildert er selbst in diesem Interview.

 

Wie sind sie auf unsere Klinik aufmerksam geworden:

Mir wurden vom Sozialdienst im Krankenhaus mehrere Kliniken im Umkreis von 200 km von meinem Heimatort empfohlen. Auf der Homepage der Klinik Prof Schedel erhielt ich bereits einen sehr guten ersten Eindruck und die Klinik überzeugte mich unter anderem durch ihre sehr schönen Lage.

Was waren Ihre Rehaziele?

Ich wollte mich regenerieren und wieder körperlich Kraft sammeln. Vor allem in Bezug auf die bevorstehende Stomarückverlagerung . Zudem stand das Erlernen der Stomaversorgung für zu Hause im Vordergrund. Psychisch brauchte ich keine Unterstützung, da ich stets eine positive Lebenseinstellung habe und mir klar ist, dass Schuldzuweisungen für meine Heilung keinen Nutzen bringen.

Viele fragen sich, warum gerade ich? Aber ich stellte mir die Gegenfrage: Warum ich nicht? Und schließlich beginnt jede Reise mit dem ersten Schritt.

Was hat Ihnen der Rehaaufenthalt gebracht:

In der Klinik Prof. Schedel erlernte ich den Stomaversorgungswechel, so dass dieser mir keine Probleme bereitete. Es ist nichts Kompliziertes, vor dem man Angst haben muss. Statt dessen ist nur etwas handwerkliches Geschick erforderlich und Übung. Die psychische Komponente bildet bei vielen das eigentliche Problem. Durch die sehr gute Versorgung aller Abteilungen konnte ich mich körperlich hervorragend erholen und neue Kraft tanken für die bevorstehend OP.

Wie erging es Ihnen nach der Stomarückverlagerung?

Sechs Monate nach der ersten OP folgte die Stomarückverlagerung. Die OP dauert nur eine Stunde und verlief ohne starken Schmerzen. Die ersten drei Tage plagten mich wässrige Durchfälle, die sich sukzessive besserten. Nach zwei Wochen besserten sich die Durchfälle deutlich.

Warum haben sie sich für einen weiteren Aufenthalt in der Klinik Prof. Schedel entschieden?

Ich war sehr zufrieden mit dem gesamten Personal und der individuellen Betreuung.

Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. Ich habe mich stets gut aufgehoben und wohl gefühlt. Genau in dieser angenehmen Atmosphäre und Dank der wunderschönen Lage der Klinik konnte ich am Besten die Ruhe finden, die ich brauchte,  um mich vollständig körperlich zu regenerieren.

Welche Tipps haben sie für andere Stomapatienten?

Geduld ist sehr wichtig und dass man nicht zu schnell aufgibt oder gar verzweifelt. Nach der Rückverlagerung kann es je nach Verlauf bis zu einem halben Jahr dauern, bis sich der Stuhlgang wieder reguliert. Im Krankenhaus habe ich Stomapatienten erlebt, die psychische Betreung und eine anschließende Rehamaßnahme vorerst ablehnten, obwohl meiner Ansicht nach dringender Bedarf bestand. Ich habe mit diesen Patienten darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Hilfe anzunehmen. Denn oft fällt es leichter, mit Fachpersonal über die Diagnose und Krankheitsfolgen zu sprechen.

Einen anschließenden Reha-Aufenthalt kann ich nur jedem empfehlen, um körperlich, seelisch und geistig wieder Kräfte zu sammeln und neue Energie zu gewinnen.

Infos zur Stomatherapie in der Klinik Prof. Schedel

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